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Flügelmann 24.05.2007 08:15

Radnabe überarbeiten ?
 
Hallo Gemeinde,

aufgrund eines Radlagerschadens ist die Radnabe am hinteren linken Hinterrad ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden: Die innere Lagerschale des Radlagers (zur Antriebswelle sitzend) hat der Schaft der Radnabe verjüngt. Da eine neue Radnabe um die 600,- Euro kostet hier nun meine Frage:

Könnte man nicht auf den Teil des Nabenschaftes der verjüngt wurde durch Schweißen wieder entsprechend Material aufbringen, um den Nabenschaft danach wieder auf das korrekte Maß abzudrehen?

Mir ist klar, daß es sich bei der Radnabe um ein sicherheitsrelevantes Teil handelt, aber dennoch...

Tick 24.05.2007 09:06

Hm,
den Sicherheitsaspekt mal aussen vor- das wird wohl ein bisserl schwierig sein, da es sich ja bei der Nabe um gehärteten Stahl handelt.
Bei einem Auftrag die selben Eigenschaften zu erreichen wie im Original ist bestimmt machbar, spricht sich man müsste evtl. die Nabe neu härten, wird aber- wenn das bei Profis gemacht wird- eindeutig teuerer kommen als eine Neue... Was ist denn mit einem Gebrauchteil ?
Grüsse
Peter

Flügelmann 30.05.2007 08:06

Ein Gebrauchtteil gibt es bei Mittelmotor. Das Ding soll aber ca. 263 Euro kosten und sieht nicht sehr vertrauenserweckend aus: rostig, eine Lagerschale sitzt noch auf dem Schaft und ein Radbolzen ist schief.

Kann mir jemand sagen aus welchem Material die Nabe besteht und welche Härteeigenschaften sie besitzt?

christian032 06.06.2007 11:24

Moin,

müßte mal nachschauen. So viele werkstoffe wird es dafür nicht geben.

Hochfeste Schmiedestähle

zb 38MnVS 6 nach DIN 10267 oder 41 VS irgendwas

Keine Gewähr für die Angaben! Weiß nicht, was Porsche nimmt!

Rm immer jenseits der 1000 N/mm²

Die sind bestimmt nicht schweißbar!

Grüße

roadrunner 06.06.2007 22:34

Hey...

...mit rollen sich vor Gruseln gerade die Zehennägel hoch! :eek:

Viele Grüße

Roadrunner-Thomas

martin1393 13.06.2007 22:53

Hallo Flügelmann,

ich weiß zwar nicht, ob es sich bei der Radnabe um gehärteten und damit nicht schweißbaren Stahl handelt oder ob das Material prinzipiell schweißbar wäre, aber wegen der thermischen Beeinflussung, allfälliger Schweißrisse und des sicher auftretenden Schweißverzuges am Bauteil kann ich von Aufschweißen nur abraten (aufgeschweißt werden z. B. Zähne von Baggerschaufeln)!

Aber eine Reparaturmöglichkeit besteht durch Metallspritzen oder Plasmaspritzen. Dabei wird z. B. durch einen Plasma-Lichtbogen Metall verdampft, welches sich dann durch Anlegen einer elektrischen Spannung am Bauteil niederschlägt. Die Schichtdicken betragen einige Zehntel Millimeter, was meines Erachtens (ich habe die Radnabe nicht gesehen) aber ausreichen müsste. Anschließend wird die aufgespritzte Schicht wie das ursprüngliche Material bearbeitet, also überdreht oder überschliffen.

Diese Methode wird für verschiedenste Anwendungen verwendet, u. a. auch für die Reparatur verschlissener Achsen oder Wellen. Sicherheitstechnisch gibt es keine Bedenken, da einerseits das Bauteil durch die Beschichtung nur mäßig warm wird und andererseits sich in der Dicke des ursprünglichen Bauteils kaum etwas ändert.

Zuletzt bleibt natürlich noch ein Wermutstropfen: Du musst eine Firma finden, die Metallspritzen in Lohnarbeit macht und eventuell eine andere Firma, welche die Radnabe dann überdreht bzw. überschleift. Ich hatte vor einigen Jahren mit so einem Problem beruflich zu tun, aber das beabsichtigte Projekt wurde dann sehr schnell abgeblasen und mittlerweile kann ich dir weder eine Firma, die das durchführen kann, noch einen Anhaltspreis nennen. Trotzdem, ein paar Internet-Recherchen oder Telefonate wäre es doch wert?

Viele Grüße!

Martin


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